{"id":45,"date":"2024-08-07T01:03:32","date_gmt":"2024-08-07T01:03:32","guid":{"rendered":"https:\/\/siegerinnen.geraldinegantert.ch\/wordpress\/?page_id=45"},"modified":"2024-08-11T21:15:58","modified_gmt":"2024-08-11T21:15:58","slug":"facts","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/siegerinnen.geraldinegantert.ch\/wordpress\/?page_id=45","title":{"rendered":"FACTS"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/siegerinnen.geraldinegantert.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/image.webp\" alt=\"Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. 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Eine \u00f6sterreichische Studie hat ergeben, dass Athletinnen nur 12 Prozent der gesamten Sportberichterstattung in \u00f6sterreichischen Medien ausmachen. Diese Untersuchung analysierte insbesondere die Art der Darstellung, wobei festgestellt wurde, dass Sportlerinnen h\u00e4ufiger sexualisiert pr\u00e4sentiert werden als ihre m\u00e4nnlichen Pendants. Des Weiteren neigen die Medien dazu, Sportlerinnen in vereinfachter und oft verminderter Form darzustellen, was zu einer Wahrnehmung ihrer geringeren St\u00e4rke und Leistungsf\u00e4higkeit f\u00fchrt. Im Gegensatz dazu werden m\u00e4nnliche Athleten tendenziell mit actionreichen Bildern pr\u00e4sentiert und erhalten umfassendere und detailliertere Berichterstattung. (Pernegger, 2021). &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Au\u00dferdem zeigte eine Studie von Cranmer, Brann und Bowman (2014), dass Sportlerinnen h\u00e4ufig nicht im sportlichen Kontext abgebildet werden. Diese Darstellungsweise f\u00fchrt dazu, dass die Leserinnen und Leser die Athletinnen oft als weniger athletisch wahrnehmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mannion (2016) stellt fest, dass weibliche Athletinnen in den USA im Vergleich zu ihren m\u00e4nnlichen Pendants in den Medien unterrepr\u00e4sentiert sind. Diese Unterrepr\u00e4sentation kann sich in Form reduzierter Berichterstattung, verminderter Sichtbarkeit oder eingeschr\u00e4nkter finanzieller Unterst\u00fctzung f\u00fcr Frauen im Sport manifestieren. Die Analyse ergab zudem, dass die mediale Darstellung weiblicher Athletinnen h\u00e4ufig von Geschlechterstereotypen und traditionellen Geschlechterrollen beeinflusst wird. Dies zeigt sich beispielsweise in der Betonung \u00e4u\u00dferlicher Merkmale, der Objektivierung oder der Reduktion auf Sportarten, die als traditionell \u201eweiblich\u201c gelten. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass diese mediale Repr\u00e4sentation die Wahrnehmung von Frauen im Sport pr\u00e4gen kann. Negative Stereotypen oder unzureichende Berichterstattung k\u00f6nnten dazu beitragen, dass Frauen im Sport als weniger ernstzunehmend oder weniger leistungsf\u00e4hig wahrgenommen werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Murray (2018) untersuchte die Darstellung von weiblichen Athletinnen in dem Sportmagazin \u201eSports Illustrated\u201c. Die Studie ergab unter anderem, dass in Berichten von Sportlerinnen auch noch Sportler erw\u00e4hnt werden, was den Fokus und die Aufmerksamkeit von den weiblichen Athletinnen wegnimmt. Es wurde auch herausgefunden, dass Emotionen viel h\u00e4ufiger erw\u00e4hnt werden in Berichten mit weiblichen Athletinnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Studie von Gomez-Gonzalez, Dietl, Berri und Nesseler (2023) untersucht, ob das Wissen um das Geschlecht der Spieler die Wahrnehmung der Spielqualit\u00e4t beeinflusst. Die Ergebnisse zeigen, dass die Kenntnis des Geschlechts der Spieler tats\u00e4chlich einen Einfluss auf die wahrgenommene Qualit\u00e4t der Spiele hat. Konkret neigten die Teilnehmer dazu, Spiele, in denen Frauen spielten, als von geringerer Qualit\u00e4t einzusch\u00e4tzen, selbst wenn die tats\u00e4chliche Leistung der Spieler vergleichbar war. Diese Befunde deuten darauf hin, dass geschlechtsbezogene Vorurteile die Wahrnehmung sportlicher Leistung beeinflussen k\u00f6nnen, auch wenn solche Vorurteile nicht durch objektive Leistungsparameter gerechtfertigt sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der \u201eWomen in Sport Report 2021\u201c untersucht das Wachstum des Frauensports und dessen Bedeutung f\u00fcr Marketingfachleute. Die Studie bietet eine umfassende Analyse des Trends hin zu einer verst\u00e4rkten Beteiligung von Frauen im Sport und beleuchtet die Implikationen f\u00fcr Unternehmen und Marken. Die Analyse dokumentiert ein wachsendes Interesse und eine zunehmende Teilnahme von Frauen an verschiedenen Sportarten und Ebenen, einschlie\u00dflich lokaler, nationaler und internationaler Wettbewerbe. Die Studie identifiziert \u201eangebotsspezifische\u201c Probleme als Hauptfaktoren, die Verbraucher davon abhalten, sich mit Frauensport zu engagieren. Dazu geh\u00f6ren eine geringe Medienpr\u00e4senz, unzureichendes Marketing sowie mangelnde Informationen und Kenntnisse \u00fcber den Frauensport. Die Ergebnisse zeigen, dass viele Menschen bereit w\u00e4ren, mehr Frauensport zu konsumieren, wenn dieser verst\u00e4rkt im Fernsehen pr\u00e4sentiert w\u00fcrde. Der Anteil der Personen, die derzeit keinen Frauensport konsumieren, betr\u00e4gt 12%, wobei dieser Anteil in den USA (26%) und im Vereinigten K\u00f6nigreich (24%) am h\u00f6chsten ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aktuell macht Sport 18% der Gesamtberichterstattung in den Schweizer Medien aus. (Vogler, 2021) Laut einer Schweizer Studie befindet sich der Frauenanteil in den Schweizer Sportmedien aktuell zwischen 19% und 29%. Dieser Wert variiert je nach Medium. Es wurde ausserdem festgestellt, dass Frauen mehr repr\u00e4sentiert sind, kommen die Inhalte von den Journalistinnen und Journalisten selber und nicht von einer Agentur. (Schwaiger et al., 2021)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im oberen Teil wurde festgestellt, dass die Sportvereine einen grossen Einfluss auf den Sportjournalismus haben. (Bertling &amp; Schierl, 2020) Die kann unter anderem erkl\u00e4ren, wieso Frauen im Sportjournalismus unterrepr\u00e4sentiert sind. Diese Studie gab zum ersten Mal Aufschluss dar\u00fcber, wie die Repr\u00e4sentation von Frauen in den Medien ist. Es wird ausserdem diskutiert, dass qualitative Forschung n\u00f6tig sei, um mehr Informationen \u00fcber den Zustand der Schweizer Medien zu gewinnen. (Schwaiger et al., 2021)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Medienberichterstattung \u00fcber Sportlerinnen, einschlie\u00dflich der Art und Weise, wie diese dargestellt werden, hat ma\u00dfgeblichen Einfluss auf unsere Wahrnehmung und die kulturelle Perzeption von Sport. Die Entscheidung dar\u00fcber, welche Themen im Journalismus behandelt werden, ist ein Zusammenspiel von Medienagenda und Publikumsagenda. W\u00e4hrend Journalistinnen und Journalisten bestimmen, welche Inhalte pr\u00e4sentiert werden, \u00fcben auch die Interessen und Pr\u00e4ferenzen der Leserinnen und Leser sowie die Einflussnahme von Sportvereinen eine bedeutende Rolle aus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Praxis zeigt sich, dass Sportlerinnen in der Medienberichterstattung h\u00e4ufig unterrepr\u00e4sentiert sind. Dieser Umstand kann durch die genannten Einflussfaktoren teilweise erkl\u00e4rt werden. Zudem ist die Art und Weise, wie Sportlerinnen dargestellt werden, von wesentlicher Bedeutung, da sie das Interesse des Publikums beeinflussen kann. Eine ansprechende und gezielte Darstellung hat das Potenzial, das \u00f6ffentliche Interesse zu wecken und somit die H\u00e4ufigkeit der medialen Pr\u00e4senz von Sportlerinnen zu erh\u00f6hen. Dies verdeutlicht die Notwendigkeit einer kritischen Analyse der Quantit\u00e4t und Qualit\u00e4t der Berichterstattung \u00fcber weibliche Sportlerinnen im Sportjournalismus.<\/p>\n\n\n\n<h6 class=\"wp-block-heading\"><strong>Quellen<\/strong><\/h6>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><em>Bertling, C. &amp; Schierl, T. (2020). Sport und Medien (Medienwissen kompakt). Wiesbaden:<\/em> <em>Springer Fachmedien Wiesbaden.<\/em><\/li>\n\n\n\n<li><em>Cranmer, G., Brann, M. &amp; Bowman, N. (2014). Male Athletes, Female Aesthetics: The<\/em> <em>Continued Ambivalence Toward Female Athletes in ESPN\u2019s The Body Issue. International<\/em> <em>Journal of Sport Communication, 7, 145\u2013165.<\/em><\/li>\n\n\n\n<li><em>Gomez-Gonzalez, C., Dietl, H., Berri, D. &amp; Nesseler, C. (2023). Gender information and<\/em> <em>perceived quality: An experiment with professional soccer performance. Sport Management<\/em> <em>Review, 1\u201322.<\/em><\/li>\n\n\n\n<li><em>Mannion, K. A. (2015). Play Like a Girl: An Analysis of Media Representation of Female<\/em> <em>Athletes, 2015.<\/em><\/li>\n\n\n\n<li><em>Murray, B. (2018). A Content Analysis of Sports Illustrated\u2019s Portrayal of Female Athletes<\/em> <em>and Its Impact on. Masters Theses. 518.<\/em><\/li>\n\n\n\n<li><em>Pernegger, M. (2021). Genderbalance in der Sportberichterstattung? Studie \u00fcber Pr\u00e4senz &amp;<\/em> <em>Inszenierung von Sportlerinnen und Sportlern in \u00f6sterreichischen Medien. Rundfunk und<\/em> <em>Telekom Regulierungs-GmbH, Fachbereich Medien.<\/em><\/li>\n\n\n\n<li><em>Schwaiger, L., Vogler, D., F\u00fcrst, S., Kessler, S., Humprecht, E., Schweizer, C. et al. (2021).<\/em> <em>Darstellung von Frauen in der Berichterstattung Schweizer Medien (Band 12, S. 51\u201362).<\/em><\/li>\n\n\n\n<li><em>Vogler, D. (2021). Sportberichterstattung in Schweizer Nachrichtenmedien: eine<\/em> <em>vergleichende Analyse aus einer normativen Qualit\u00e4tsperspektive von 2011 bis 2019.<\/em><\/li>\n\n\n\n<li><em>YouGov. (2021). Women in sport report 2021. Zugriff am 27.11.2023. YouGov. Verf\u00fcgbar<\/em> <em>unter: <a href=\"https:\/\/commercial.yougov.com\/rs\/464-VHH-988\/images\/YouGov-Women-in-sportwp.pdf?mkt_tok=NDY0LVZISC05ODgAAAGJMlV6W9v6qpZ4FrMpRj9IEk4Wxe886mChDew9GFukC0ERR7YS2s5rJlIwLxFweCSBuYaHl58GEl-y0Lu3QRXwy- 5WV2bfGhh7WeCY415JiopH9\">https:\/\/commercial.yougov.com\/rs\/464-VHH-988\/images\/YouGov-Women-in-sportwp.pdf?mkt_tok=NDY0LVZISC05ODgAAAGJMlV6W9v6qpZ4FrMpRj9IEk4Wxe886mChDew9GFukC0ERR7YS2s5rJlIwLxFweCSBuYaHl58GEl-y0Lu3QRXwy- 5WV2bfGhh7WeCY415JiopH9<\/a><\/em><\/li>\n<\/ul>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der aktuelle Forschungsstand zu der Darstellung von Sportlerinnen in den Medien Internationale Forschungsarbeiten haben sich zunehmend mit der medialen Darstellung von Athletinnen besch\u00e4ftigt. Eine \u00f6sterreichische Studie hat ergeben, dass Athletinnen nur 12 Prozent der gesamten Sportberichterstattung in \u00f6sterreichischen Medien ausmachen. 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